Stolpersteinverlegung am 14.04.2026 in Wallerstädten: „Es gibt nur Menschen! Wir haben einfach alle nur einen anderen Akzent, wenn wir sprechen.“
Am 14.04.2026 durfte der Leistungskurs Geschichte unter der Leitung von Herrn Petrikowski an der 19. Stolpersteinverlegung in Groß-Gerau aktiv teilhaben und den Anwesenden das Leben der verfolgten jüdischen Familie Rohrheimer und Schiff sowie ihre Namen, Bilder und von ihrem Verbleib berichten. Fast vier Jahre lang recherchierte eine engagierte Arbeitsgemeinschaft aus Wallerstädten zu den Familien Rohrheimer und Schiff, die ihr Zuhause an der Adresse „An der Pforte 13“ hatten.

Die 14 engagierten Schülerinnen und Schüler übernahmen den biographischen Teil der Veranstaltung und informierten die Anwesenden über das Leben und zum Teil auch Sterben der Mitglieder der Familien Rohrheimer und Schiff. Die Anwesenden erfuhren – auf Deutsch und Englisch – über großelterliche Liebe, Stationen im Ghetto Theresienstadt und dem Konzentrationslager Osthofen, Aufenthalte in deutschen und britischen Waisenhäusern, Berufsausbildungen im Vereinigten Königreich und schließlich der endgültigen Emigration in die Vereinigten Staaten.

Was die Veranstaltung besonders werden ließ, war die Verlegung durch den Initiator und Künstler Gunther Demnig, sowie die Anwesenheit der direkten Nachfahren der während des Nationalsozialismus geflohenen Kinder der Familie Schiff, die extra aus den USA zur Verlegung angereist sind.

So konnten die Namen Salomon Rohrheimer und Linchen Rohrheimer, Delphine Schiff und Theodor Schiff sowie Ludwig Schiff, Margot Schiff, Irene Schiff und Ernst Schiff wieder an den Ort zurückgebracht werden, welchen sie ihr letztes frei gewähltes Zuhause nennen durften. An der Adresse „An der Pforte 13, Wallerstädten“ ist nun wieder der Ort, an dem wir die Namen unserer ehemaligen jüdischen Nachbarn im Kreis Groß-Gerau vorfinden.

In nachfolgenden Gesprächen unserer Schülerinnen und Schüler mit den Nachfahren der geflohenen Familie blieben mir zwei Sätze von Richard Jurgens, Sohn von Margot Schiff, sehr in Erinnerung: „Es gibt nur Menschen! Wir haben einfach alle nur einen anderen Akzent, wenn wir sprechen.“

Wir danken Pfarrer Wolfgang Prawitz für die gemeinsame Vorbereitung in der Prälat-Diehl-Schule und selbstverständlich der AG Stolpersteine aus Wallerstädten für die Recherche, die überhaupt erst zur Verlegung führte, sowie für das Zusammenstellen des Quellenmaterials für die Schülerinnen und Schüler!