Naturwissenschaft und Politik

Eine Welt ohne Atomwaffen –Ausstellungseröffnung an der PDS

„Wir brauchen Atomwaffen, um…“ – so mögen Kim Jong Un, Donald Trump, Wladimir Putin und viele andere denken. Bei der Eröffnung der ICAN/SGI[1]-Ausstellung am vergangenen Freitag wurden andere Sichtweisen klar. Stadtverordnetenvorsteher Klaus Meinke, Schirmherr der Ausstellung, erinnerte sich zunächst daran, dass er als Zwölfjähriger zutiefst beeindruckt war von der Lektüre des Buches von Sadako Sasaki, die den Kampf gegen die Strahlenkrankheit verlor. Dann zitierte er Friedrich Dürrenmatt: „Der Inhalt der Physik geht die Physiker an, die Auswirkungen alle Menschen. Was alle angeht, können nur alle lösen.“ Und so dankte er den Schülern der Q4 für ihr Engagement für das Projekt.

Kraniche falten in der Mediothek

 

Überraschend für die meisten trat nun die Darstellendes Spiel-Gruppe von Stefanie Keller auf und forderte heraus: Immer wieder nannten einzelne Stimmen mit verschiedenen Begründungen die eingangs formulierte Forderung nach Atomwaffen, während Zitate von Hiroshima-Überlebenden von anderen dagegengesetzt wurden. Die unfassbaren Qualen und Erfahrungen wurden in einer Stimmencollage zum Ausdruck gebracht und bildeten ein deutliches Statement, das den folgenden Vortrag von drei Schülern aus dem Biologie-Leistungskurs von Wencke Wiegmann gut vorbereitete:

Wie wirkt sich eine Atombombenexplosion auf den menschlichen Körper und die Umwelt aus? Kenntnisreich und detailliert berichteten Nivethiga Yogalingam, Noelle Jacob und Kevin Klein über sofortige und langfristige Folgen, mögliche medizinische Hilfe, erläuterten Fotos, banden Zitate ein, zeigten in einer Simulation die verschiedenen Wirkungsbereiche einer entsprechenden Explosion über der PDS.

Büchertisch in der Mediothek

Der anwesende Professor Dr. Michael Krawinkel, Vertreter des IPPNW, gratulierte den Dreien zu ihrer „hervorragenden Ausarbeitung“ und stellte sich zunächst den Fragen aller anwesenden Schüler, bevor er selbst über das Engagement von Nichtregierungsorganisationen zur Eindämmung der Atomwaffennutzung sprach. Er stellte die bisherigen Erfolge heraus und mahnte angesichts der derzeitigen weltpolitischen Situation, dass auch ein begrenzter Atomkrieg zu globalen Umweltschäden, weiteren Migrationsbewegungen und Nahrungsmittelknappheit führen würde.

Fliegende Hoffnungen vor den Kunsträumen

Ilija Scherer, Philipp Pohl und Leon Turré aus den PoWi-Leistungskursen (unter Leitung von Udo Stein und Jochen Eisenbach), die durch das Programm geführt hatten, dankten abschließend allen Beteiligten und den Gästen, die zahlreich erschienen waren. Das waren nicht nur die bereits genannten, sondern auch noch Angehörige der Groß-Gerauer Initiative Atomausstieg, Frau Fischer-Raabe, Frau Shiono sowie Frau Brummer (Vizegeneraldirektorin) von SGI Deutschland, Frau Lépel vom Förderverein, Frau Knauf-Goedeking vom Staatlichen Schulamt und Frau Kassai (ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons)), die sich einen Eindruck des Konzepts verschaffen wollte, um in Rheinland-Pfälzer Schulen ähnliche Veranstaltungen einzuführen.

Man darf gespannt sein auf die weiteren Veranstaltungen, die von Fachbereichsleiterin Elke Zipf umsichtig und engagiert vorbereitet worden sind. Sie ist verantwortlich für dieses Projekt, das sie in wechselnden Formen vor fast zwanzig Jahren schon ins Leben gerufen hat.

Unter dem Titel „Liveschaltung nach Nagasaki“ findet sich übrigens auch ein Bericht im Hessenteil der FR.

Zum Artikel auf Echo-online geht es hier: http://www.echo-online.de/lokales/kreis-gross-gerau/gross-gerau/abiturjahrgang-der-praelat-diehl-schule-warnt-vor-atomwaffen_18672088.htm